Den richtigen Magneten für Ihre Anwendung finden
Oft stoßen wir beim Gespräch mit Kunden und Interessenten auf die Frage: „Wie finde ich den richtigen Magneten?“.
Vielleicht waren Sie selbst schon einmal in der folgenden Situation: Sie wollten eine magnetische Lösung für Ihr Problem finden, aber hatten keinen Überblick über die Möglichkeiten? Oft ist eine lange Suche und Recherche nach dem geeigneten Produkt die Folge.
Als Laie ist es schwer direkt rauszufiltern, welcher Magnet für die Anwendung in Frage kommt.
Aus diesem Grund wollen wir Ihnen einen kleinen Leitfaden geben, der die Suche nach dem idealen Magneten für Sie erleichtern soll.
Den richtigen Magneten finden: Erste Fragen
Am Anfang der Suche müssen die wichtigen Eckdaten geklärt werden. Schauen Sie sich Ihren Anwendungsfall an und stellen Sie sich folgende Fragen:
- Wo wird der Magnet eingesetzt?
- Wie will ich den Magneten befestigen?
- Was für eine Haftkraft benötige ich?
Allein mit diesen drei Fragen können Sie schon sehr genau definieren was für ein Magnet in Frage kommt.
Die „Wo?“-Frage definiert den benötigen Platz und damit die ungefähre Abmessung des Magneten. Außerdem wird geklärt, ob es bei der Anwendung zu äußeren Einflüssen wie Hitze oder Nässe kommt. Diese Faktoren sind bei der Magnetwahl entscheidend.
Die Art der Befestigung legt fest, ob der Magnet geklebt, gepresst oder verschraubt wird. Je nach Anforderung wird also eine Bohrung oder ein Gewinde am Magneten benötigt.
Die Frage der Haftkraft ist leicht zu beantworten, wenn der Magnet zum Befestigen eines Gegenstands verwendet wird. In diesem Fall wird das Gewicht des Objekts genommen und ein Magnet gesucht, der diese Haftkraft aufbringen kann.
Wichtig: Bei einer Befestigung an der Wand mit Belastung nach unten wird nicht die Haftkraft, sondern die Scherkraft des Magneten für die Berechnung genommen.
Bei diesen Fragen ist wichtig anzumerken, dass nicht alle drei sofort beantwortet werden müssen. Oft ergibt sich die Antwort auf eine Frage von selbst, wenn erstmal der Rahmen definiert wurde.
Beispiel: Es wird ein ganz bestimmtes Maß benötigt und die Montage soll durch ein Innengewinde erfolgen. Das grenzt die Suche schon auf 2 oder 3 passende Magnete ein. Diese besitzen eine fixe Haftkraft und es muss nur noch gewählt werden, welche Magnetkraft für die Anwendung ausreichend ist.
Um das alles mal in die Praxis umzusetzen, haben wir Ihnen zwei aktuelle Fallbeispiele von unseren Kunden rausgesucht:
Blechplatten als Deckenverkleidung – welcher Magnet?
Als Deckenverkleidung möchte ein Kunde Blechplatten verwenden, die an allen vier Ecken magnetisch an der Decke haften sollen. Die Anwendung findet also im Innenraum ohne Einflüsse wie Wasser oder Hitze statt. Das bedeutet, dass man guten Gewissens auf Neodym-Magnete zurückgreifen kann. Die Magnete sollen an die Deckenhalter mittels einer M4 Senkschraube befestigt werden. Es wird also eine Bohrung mit konischer Senkung M4 nötig sein. Eine Blechplatte wiegt 15 Kilo – wir brauchen also eine minimale Haftkraft von 150 Newton.
Mit all diesen Angaben können wir also schon sagen, dass ein Magnet mit konischer Senkung M4 und einer minimalen Haftkraft von 37,5 Newton gebraucht wird. Diese Magnetkraft verdoppeln wir zur Sicherheit, da eine Deckenverkleidung auf jeden Fall fest sitzen und bei Erschütterungen nicht abfallen darf. Es sollten also etwa 75 Newton pro Magnet sein.
Mit all diesen Angaben eignet sich also ein Neodym Flachgreifer Ø20x6mm mit konischer Senkung für M4 Schrauben am besten. Dieser besitzt eine Haftkraft von 105 Newton und 4 Stück halten die Deckenverkleidung garantiert an Ort und Stelle. Zudem sind Flachgreifer stabiler als Rohmagnete. Das ist relevant, denn die Magnete schlagen beim Andocken leicht auf. Ein Neodym Rohmagnet könnte dabei splittern.
Ein Gartentor magnetisch geschlossen halten – Magnete für den Außenbereich finden
In unserem zweiten Fallbeispiel baut ein Schlossereibetrieb ein Gartentor aus verzinktem Stahl für einen Kunden. Das Tor soll durch eine magnetische Lösung zugehalten werden. Der Kunde hat eine Fläche von etwa 35mm Breite für den Magneten zur Verfügung.
Hier fällt bei der Beschreibung sofort auf: Die Anwendung findet draußen statt – das heißt der Magnet wird der Witterung ausgesetzt sein. Neodym-Magnete und Magnetsysteme fallen hier also schon raus, da diese nicht witterungsbeständig sind und rosten können.
Die Befestigung soll über eine Schraube von hinten erfolgen, weshalb der Magnet mit einem Innengewinde ausgestattet sein muss. Die Größe der verwendeten Schraube ist erstmal nicht festgelegt. Bezüglich der Haftkraft kann keine genaue Angabe gemacht werden, da der Magnet das Tor zuhalten aber nicht verschließen soll. Es muss also beim Drücken auch wieder aufgehen können.
In diesem Fall brauchen wir also einen witterungsbeständigen Magneten mit Innengewinde und etwa 35mm Breite. Hier kommt eigentlich nur ein gummierter Magnet infrage, da die Gummierung nicht nur vor Nässe schützt, sondern im Falle des Gartentors auch das Aufschlagen verhindert. Ein Ferrit-Magnet wäre zwar auch witterungsbeständig, allerdings kann die Stahltasse des Magnetsystems mit der Zeit zu rosten anfangen.
Unter Berücksichtigung aller Kriterien wurde unser gummiertes Magnetsystem 43x31x6,9mm (Art. 35370) gewählt. Mit einer Haftkraft von 105 Newton (10,5kg) sollte das Gartentor problemlos zugehalten und mit einem Ruck wieder geöffnet werden können.
Magnete im Einsatz – Probieren geht über Studieren
Wie das zweite Fallbeispiel gezeigt hat, gibt es in vielen Anwendungen unbekannte Komponenten. In diesem Fall war es die Haftkraft, die nicht genau bestimmt werden konnte.
Für solche Fälle heißt es: Ausprobieren! Im schlimmsten Fall funktioniert der Magnet nicht wie gedacht und muss ausgetauscht werden.
Das ist bei uns problemlos möglich. Neben einer umfassenden Beratung bieten wir auch die Möglichkeit kostenlose Muster zum Ausprobieren zu schicken. Sollte der Magnet nicht passen kann dieser unkompliziert zurückgeschickt und ausgetauscht werden.