Was sind Samarium-Cobalt-Magnete?
Samarium-Cobalt-Magnete auch genannt SmCo-Magnete gehören zu einem der vier Werkstoffe aus denen Permanentmagnete hergestellt werden. Die vier Werkstoffe sind Hartferrit, Neodym, AlNiCo und Samarium-Cobalt. Alle weisen unterschiedliche magnetische Eigenschaften in Bezug auf Haftkraft, Temperaturbeständigkeit und Entmagnetisierungsbeständigkeit auf.
Zusammensetzung und Entwicklung
Samarium-Cobalt-Magnete bestehen, wie die Abkürzung schon andeutet aus einer Legierung von Samarium und Cobalt (SmCo5). Diese wurde im Jahr 1966 noch vor der Entdeckung des Neodym Werkstoffes entwickelt. Im Jahr 1972 wurde die Legierung Sm2Co17 entwickelt, die durch Zugabe von Eisen, Kupfer und Zirkonium verbesserte magnetische Eigenschaften und eine höhere maximale Einsatztemperatur von bis zu 550 °C bietet. Der klassische Samarium-Cobalt-Magnet kann bis zu 250°C eingesetzt werden.
Besondere Eigenschaften von Samarium-Cobalt-Magneten
Hervorragende Temperaturbeständigkeit: Einsatz bei extremen Temperaturen bis zu 550 °C (Sm2Co17).
Hohe Korrosionsbeständigkeit: Widerstandsfähigkeit gegen Umwelteinflüsse.
Beständigkeit gegen ionisierende Strahlung: Geeignet für spezielle Anwendungen in der Nuklear- und Raumfahrttechnik.
Hohe Magnetfeldstabilität: Unempfindlich gegen äußere Einflüsse, im Gegensatz zu AlNiCo-Magneten.
Niedriger Temperaturkoeffizient: Geringe Abnahme des Magnetfelds bei Temperaturanstieg.
Hohe Curie-Temperatur: Zwischen 700 und 850 °C.
Starke Haftkraft: Zwischen Neodym- und AlNiCo-Magneten.
Sprödigkeit: Empfindlichkeit gegenüber mechanischer Beanspruchung.
Angreifbarkeit durch anorganische Säuren und Laugen: Vorsicht bei der Verwendung in chemisch aggressiven Umgebungen.
Anwendungsbereiche von SmCo-Magneten
Aufgrund ihrer außergewöhnlichen Eigenschaften werden SmCo-Magnete vor allem in Anwendungen eingesetzt, die hohe Magnetfelder bei extremen Temperaturen erfordern:
Generatoren und Motoren: In rotierenden Maschinen mit permanenter Erregung, insbesondere in der Luft- und Raumfahrt sowie in Elektrofahrzeugen.
Sensoren: In Präzisionssensoren für industrielle und wissenschaftliche Anwendungen.
Messgeräte: In hochpräzisen Messinstrumenten, die stabile und zuverlässige Magnetfelder benötigen.
Luft und Raumfahrt: Wegen der hohen Temperaturstabilität.