Die B-H-Kurve (magnetische Flussdichte-Magnetfeldkurve)
Die B-H-Kurve beschreibt die Beziehung zwischen der magnetischen Flussdichte B und der magnetischen Feldstärke H. Sie zeigt, wie sich ein ferromagnetisches Material unter dem Einfluss eines Magnetfelds verhält.
Im allgemeinen Sinn stellt sie die vollständige Magnetisierungs- bzw. Hysteresekurve dar. Im Kontext von Permanentmagneten bezeichnet der Begriff meist den zweiten Quadranten dieser Kurve – die sogenannte Entmagnetisierungskurve, mit der Kennwerte wie Remanenz Br , Koerzitivfeldstärke Hc und das maximale Energieprodukt (BH)max bestimmt werden.
Verlauf und Eigenschaften
- Proportionale Zunahme: Bei zunehmender Feldstärke H steigt B zunächst annähernd proportional an. Ab einer bestimmten Feldstärke tritt die magnetische Sättigung ein – die Steigerung von B wird deutlich geringer.
- Konstanter Wert: Ab dem Sättigungspunkt bleibt die Flussdichte konstant, selbst bei weiter steigender Feldstärke. Nach dem Abschalten des Felds bleibt eine Restflussdichte Br bestehen (Remanenz).
- Entmagnetisierung & Arbeitspunkt: Ein entgegengesetztes Magnetfeld verringert B; der Punkt, bei dem B=0 wird, entspricht der Koerzitivfeldstärke Hc . Das Produkt B⋅H erreicht entlang der Entmagnetisierungskurve ein Maximum (BH)max , das den optimalen Arbeitspunkt kennzeichnet.
- Einheiten: Flussdichte B: Gauss (G) oder Tesla (T) (10.000 G = 1 T) und Feldstärke H: Ampere pro Meter (A/m) im SI-System oder Oersted (Oe) im CGS-System — 1Oe≈79577A/m
- Besonderheiten: Die Form der B-H-Kurve hängt von Material, Temperatur und Anisotropie ab. Messungen in unterschiedlichen Richtungen zur bevorzugten Magnetisierungsachse liefern abweichende Kurven, sind jedoch alle gültige Charakterisierungen des Materials.